ACE 3 Medical
Einführung
Das ACE3-Sanitäts-System soll seinen Nutzern ein realistischeres und detailgetreueres Erlebnis von Arma 3 bieten und ersetzt das Vanilla-1-Click-System von Bohemia Interactive. Grundsätzlich baut es auf den Sanitätssystemen von AGM und CSE auf. Dabei wird zwischen einfachem (ähnlich zu AGM) und erweitertem (an CMS angelehnt) Spielerlebnis unterschieden.
Erweitertes Sanitäts-System
Das erweiterte System versucht Vitalfunktionen, Verwundungen und Behandlungen realistisch nachzubilden. Die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten bauen auf den Richtlinien des Tactical Combat Casualty Care (TCCC) auf, welche von echten Einsatzsanitätern benutzt werden. Simuliert werden:
→ Detailliertes Verwundungssystem
→ realitätsnaher naher Blutverlust, je nach Verletzungsgrad
→ Vitalfunktionen einschließlich Puls und Blutdruck
→ Kreislaufstillstand
→ Diverse Behandlungsmöglichkeiten wie HLW und verschiedene Infusionstypen
→ Einfache Medikamentensimulation
Medizinische Theorie
Zustände
- Unter ACE kann ein Patient je nach Verletzungsgrad in 4 Zustände verfallen. Dies hängt von der Art und der Größe der Verletzung ab.
Verletzt und Ansprechbar → Der Patient ist leicht bis mittel schwer verwundet und in seinen Aktionen eingeschränkt, kann sich jedoch noch klar äußern und ist im Normalfall nicht lebensbedrohlich verletzt.
Schockzustand
→ Der Patient wurde durch den Treffer/Aufprall/Sturz/usw stark verwundet und erleidet große Schmerzen. Er verfällt in einen Schockzustand aus dem er nach 6-10 Sekunden wieder erwacht.
Danach ist er wieder als verletzt und ansprechbar einzustufen.
Bewusstlos und schwer verletzt
→ Der Patient ist sehr schwer verwundet, erleidet sehr starke Schmerzen und verliert schnell Blut. Er wird in Folge dessen bewusstlos.
Die Versorgung eines Patienten in diesem Zustand hat höchste Priorität. Er ist für die Dauer der Bewusstlosigkeit handlungsunfähig.
Im Koma (früher: Tot)
→ Der Patient ist infolge eines schweren Treffer/Aufprall/Sturz/usw so schwer verletzt das eine Reanimation nicht mehr möglich ist.
Er wird ins Koma versetzt (koffert) und muss, wenn er wieder erwacht (am KH respawned) eine Rehabilitation machen bevor er das Krankenhaus verlassen kann.
Die Entscheidung ob ein Patient noch behandelt werden kann, wird nur vom Notarzt oder dem ranghöchsten Sanitäter im Dienst getroffen!
In jedem Fall ist die Behandlung normal fortzuführen bis diese Entscheidung getroffen wurde.
Verbandsmaterial
Neben verschiedenen Medikamenten stehen dem Sanitäter verschiedene Arten von Bandagen und ein Tourniquet zur Verfügung. Jede Bandage ist dabei für die unterschiedlichen Verletzungen mehr oder weniger effektiv. Diese Tabelle zeigt nur eine stark vereinfachte Übersicht, die ausführliche Variante findet ihr hier.
| Kratzer | Avulsion | Prellung | Quetschung | Schnittwunde | Risswunde | Ballistisches Trauma | Stichwunde | Wiederöffnungschance | Wiederöffnungszeit | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wundverband/Bandage (Einfach) | Hoch | Gering | Gering | Gering | Hoch | Gering | Mittel | Mittel | Mittel | 3-15min | |
| Mullbinde | Hoch | Gering | Gering | Gering | Hoch | Gering | Mittel | Mittel | Mittel | 15-30min | |
| Bandage (Elastisch) | Sehr Hoch | Mittel | Mittel | Mittel | Hoch | Mittel | Hoch | Hoch | Hoch | 1-5min | |
| Quikclot/Bandage (Gerinnungsmittel) | Mittel | Gering | Mittel | Gering | Mittel | Gering | Gering | Gering | Gering | 10-50min |
Wunden
Jede Wunde gibt es in der Ausführung klein, mittel und groß. Die Auswirkungen einer großen Wunde sind logischerweise deutlich gravierender als die einer kleinen Wunde, dementsprechend sollten große und stark blutende Wunden zuerst versorgt werden um den Blutverlust möglichst gering zu halten.
Kratzer (engl. Abrasion)
* Auch Schürfwunde genannt, entstehen wenn die Haut durch Reibung an einer rauen Oberfläche verletzt wird * Ursachen: Sturz, Seilverbrennung, Autounfall * Auswirkung: Schmerz - sehr leicht, Blutung - sehr langsam
Avulsion (dt. Abriss)
* Tritt auf wenn Glieder oder Körperteile abgetrennt werden, so zB der Verlust eines Zahns oder Ohrläppchens * Ursachen: Explosion, Autounfall, Kugeln, Rückstoß, Tierbiss * Auswirkung: Schmerz - extrem hoch, Blutung - sehr schnell (je nach Wundgröße)
Prellung (engl. Contusion)
oder Kontusion (lateinisch Contusio)
* ist die Schädigung von Organen oder Körperteilen durch Gewalt von außen, die nicht mit sichtbaren Hautverletzungen einhergehen.
Schläge auf Brust oder Kopf mit stumpfem Gegenstand (z.B. mit der Faust) können Prellungen verursachen
* Kann nicht verbunden werden - heilt selbstständig über Zeit, behandelbar mit EHS
* Ursachen: Kugeln, Rückstoß, Schläge, Autounfall, Stürze
* Auswirkung: Schmerz - leicht, Blutung - keine
Quetschung (engl. Crush Wound)
* Treten auf wenn schwere Objekte auf eine Person Fallen und dabei die Haut aufreißen und darunterliegende Strukturen zerschmettern * Ursachen: Stürze, Autounfall, Schläge * Auswirkungen: Schmerz - leicht, Blutung - sehr langsam
Schnittwunde (engl. Cut)
* Verwundung durch scharfen Gegenstand, lässt eine Wunde mit glatten Kanten zurück. Reichen vom Papierschnitt bis zum operativen Einschnitt * Ursachen: Autounfall, Explosion, Rückstoß, Stiche * Auswirkungen: Schmerz - leicht, Blutung - je nach Größe der Wunde
Risswunde (engl. Laceration)
* Die Risswunde ist eine mechanische Wunde, die dadurch entsteht, dass scharfe oder spitze Gegenstände die Haut und das darunter liegende Gewebe aufreißen. Typischerweise zeigen Risswunden zerfetzte
Wundränder und können je nach Tiefe stark bluten
* Ursachen: Autounfall, Schlag
* Auswirkungen: Schmerz - leicht, Blutung - langsam bis mittel (je nach Größe der Wunde)
Ballistisches Trauma (engl. Velocity Wound)
* Verursacht durch ein mit hoher Geschwindigkeit in den Körper eintretendes Objekt, normalerweise Kugeln oder Schrapnelle * Ursachen: Kugel, Explosion, Autounfall * Auswirkungen: Schmerz - sehr hoch, Blutung - mittel (je nach Größe der Wunde)
Stichwunde (engl. Puncture Wound)
* Tiefe, enge Wunde, verursacht durch scharfe Objekte wie Nägel, Messer oder zerbrochenes Glas * Ursachen: Stiche, Granate (tritt bei uns fast nie auf) * Auswirkungen: Schmerz - leicht, Blutung - langsam
Quelle: wiki.gruppe-adler.de
Medikamente
Die hier beschriebene Wirkung auf den Puls ist nur ein grober Richtwert und geht von perfekten Vitalwerten aus. Nach der gabe eines Medikaments ist unbedingt darauf zu warten, das sich die Vitalwerte stabilisiert haben (sich nicht mehr ändern) bevor weitere Spritzen verabreicht werden.
Atropin
* senkt Puls leicht * niedrige Dosierung --> senkt Herzfrequenz * hohe Dosierung --> erhöht Herzfrequenz (in der Praxis nicht möglich) * auch genutzt in ABC-Szenarien * Wirkung auf Puls ca. -10 bis -15 Schläge/min
Adenosin
* senkt Puls * meist genutzt bei Herzrasen * Wirkung auf Puls ca. -15 bis -30 Schläge/min
Morphin
* senkt Herzfrequenz und Blutdruck * starkes Schmerzmittel * Tödlicher Wert (4-6 Dosen bei gesundem Patienten) * Niemals bei niedriger Herzfrequenz geben! * Wirkung auf Puls ca. -10 bis -30 Schläge/min
Epinephrin
* erhöht Herzfrequenz und Blutdruck * wirkt unterstützend bei der Wiederbelebung * Künstliches Adrenalin * Wirkung auf Puls ca. +10 bis +50 Schläge/min
Behandlungsmittel
Operations-Set
* Wird genutzt um verbundene Wunden zu nähen * Dadurch bleiben Wunden dauerhaft verschlossen und fangen nicht erneut an zu bluten * Außerdem verschwinden die Wunden aus dem Sanitätsmenü
Erste-Hilfe-Set
* Setzt den Patienten auf perfekten Gesundheitszustand zurück (Blutdruck 120/80, Puls 80, Kein Humpeln, abschließende Heilung) * Zu Verwenden bei Bugs (z.b. Puls über 3 Messungen bei 0 / 40 / 0; Blutflecken geht nicht von selbst weg; Patient hat keine Wunde, blutet aber -> Phantombluten) * Außerdem sind im Behandlungskonzept erwähnte Richtlinien der Behandlung zu ignorieren wenn ganz offensichtlich ein Bug der Grund für den Patientenzustand ist. * Zur Wiederbelebung falls keine Medikamentengabe erfolgen kann * Beim altbekannten Bug-Blutdruck von 97/65 ist die Nutzung des EHS nicht mehr nötig, da er immer zusammen mit Kammerflimmern auftritt und durch Defi/HLW behoben wird. * Das EHS ist bei nicht bewusstlosen Patienten nur im Krankenhaus zu verwenden * Ausnahme: Bei sehr hohem Einsatzaufkommen und wenigen Mitarbeitern (2 oder weniger) darf das EHS zur Verkürzung der Behandlung direkt nach dem verbinden genutzt werden * Zusätzlich das Behandlungskonzept beachten! * VORSICHT: Bei Kammerflimmern funktionert das EHS nicht!
EKG
* Die Abkürzung EKG steht für Elektrokardiogramm * wird bei Patienten ohne Puls genutzt um die Herzfunktion zu überprüfen * mögliche Ergebnisse: "normale Herzfunktion" und "Kammerflimmern" * bei normaler Herzfunktion kann der Puls durch HLW wiederhergestellt werden * Verwendbar nur in Medizinischen Einrichtungen (Matte, Krankenhaus) und nur am Torso
Defibrillator
* Wird bei Kammerflimmern genutzt um die normale Herzfunktion wiederherzustellen * Verwendbar nur in Medizinischen Einrichtungen (Matte, Krankenhaus) und nur am Torso * Nach mehrfacher Anwendung oder bei normaler Herzfunktion "platzt" der Patient auf und wird schwer Verwundet!!
Tourniquet
* kann nur an Gliedmaßen angebracht werden * stoppt sofort Blutzufuhr zum jeweiligen Körperteil -> stoppt Blutverlust * wird nur verwendet um Zeit für das Bandagieren zu gewinnen * führt bei längerem Gebrauch zu Schmerzen, zur Bewusstlosigkeit und im Extremfall zum Tod * muss spätestens nach 15 min entfernt werden
Infusionen
* Kochsalzlösung, Plasma, Blut (keine technischen Unterschiede unter ACE) * wird verwendet um den Blutdruck zu erhöhen und Blutverlust auszugleichen * Plasma wird sehr selten verwendet, wenn dann nur im Krankenhaus * Blut nur im Krankenhaus (nach Blutgruppentest im RP) * Kochsalzlösung (NaCl) ist ein Volumenersatzmittel, kein Blutersatz * Faustregel: 500ml IV erhöhen den Blutdruck um ca. 10mmHg systolisch * Im RP ist es nach Möglichkeit zu vermeiden mehr als 2000ml Kochsalzlösung zu geben, besser Abtransport und Bluttransfusion im Krankenhaus
Verhalten und Anwendung
Vitalfunktionen
Puls
* Normaler Puls 80; gemessen in Schläge/Minute * Kann an Armen, Beinen und Kopf des Patienten gemessen werden * RAC und Zivilisten werden 3 Stufen angezeigt - niedriger, normaler und hoher Puls “Niedrig unter 60, normaler 80, hoher 100” * Bei einem Puls von unter 60 oder über 100 Schlagen/min muss der Patient medikamentös behandelt werden. * Bei Herzstillstand kann der Puls durch HLW wieder geholt werden. * Toleranz: -+20, ein erreichen des Normalwertes ist in jedem Fall anzustreben
Blutdruck
* Normaler Blutdruck liegt bei 120/80; gemessen in mmHG oder RR * Kann an Armen und Beinen des Patienten gemessen werden * RAC und Zivilisten werden 3 Stufen angezeigt - niedriger, normaler und hoher Blutdruck “Niedrig unter 100, normaler 120, hoher 140” * Der vordere Wert heißt systolischer, der hintere diastolischer Blutdruck * Bei einem systolischen Blutdruck unter 100 oder über 140 muss der Patient medikamentös oder mittels Infusionen behandelt werden. * Toleranz: -+20, ein erreichen des Normalwertes ist in jedem Fall anzustreben
Asystolie
Auch Herzstillstand (deutsch) bzw. Cardiac Arrest (english)
Der Patient erleidet bei folgenden Vitalwerden einen Herzstillstand (er wird bewusstlos und sein Herz hört auf zu schlagen):
- Puls unter 20
- Puls über 200
- Systolischer Blutdruck über 260
- Diastolischer Blutdruck unter 40 und Puls über 190
- Systolischer Blutdruck über 145 und Puls über 150
HLW
Herz Lungen Wiederbelebung kurz: HLW, wird am Torso des Patienten angezeigt wenn dieser Bewusstlos ist. Mit einer geringen Wahrscheinlichkeit kann damit der Puls mit Minimalwerten wieder hergestellt werden. Es empfiehlt es sich, Bewusstlose durchgehend mit HLW zu behandeln, da dadurch der Revive-Timer (also die Zeit, die vergeht, bis er koffert; ohne HLW ca. 10-15 Minuten; bei schweren Verletzungen auch kürzer) bis ins unendliche verlängert werden kann.
Hat der Patient keinen Puls mehr ist zuerst mittels EKG die Herzfunktion zu prüfen!
Ablauf der Behandlung
→ 1. Patienten ansprechen.
→ 2. Vitalwerte überprüfen, überblick über Verletzungen schaffen.
→ 3. Patient durch gabe von Kochsalzlösung stabilisieren. (Vitalwerte in den Toleranzbereich bringen)
→ 4. Bei multiplen schweren Verletzungen als erstes Extremitäten mittels Tourniquet abbinden. Danach folgt Behandlung von Kopf und Torso.
→ 5. Bei Bewusstlosen einen Kollegen oder Umstehenden bitten HLW durchzuführen. Tourniquet schnellstmöglich durch Verbände ersetzen und entfernen.
→ 6. Verbundene Körperteile vernähen. Bei schwer Verletzten kann auch zwischendurch genäht werden.
→ 8. Kein Puls -> Mit EKG Herzfunktion prüfen. Bei Kammerflimmern Defibrillator nutzen. Bei normaler Herzfunktion durch HLW Puls wiederherstellen, ggf. mit Epinephrin nachhelfen.
→ 9. Falls nötig Medikamente anwenden. Wenn kein NotSan oder höher im Dienst ist: EHS nutzen (wenn möglich Mitnahme ins KH).
→ 10. Patienten über nachfolgende Behandlung/Spätfolgen informieren; ggf. mitnahme ins Krankenhaus zur weiteren Behandlung.
Ziel sollte immer sein, den Blutdruck möglichst nah an 120/80 zu bekommen!
